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Der Hexentanzplatz im Harz

  

Der Hexentanzplatz
Am Durchbruch der Bode ins Harz-Vorland, oben auf den schroffen Granitklippen, liegt der Hexentanzplatz.. Der Felsen in 453m Höhe über dem Meer war schon vor mindestens 3000 Jahren ein germanischer Kult-Ort, der bei Ritualen mit dem Luftlinie 550m entfernten Rosstrappen-Felsen in Verbindung stand. Beim Blick über das Tal mit seinen Abhängen, Nebelschwaden und den knorrigen Bäumen wird klar, weshalb die Altvorderen auf diesem Berg etwas Heiliges spürten.

Leider sind die Berge auf den Seiten des Bodetals mittlerweile touristisch etwas übererschlossen. Neben den tatsächlich sehenswerten Punkten wie Walpurgishalle oder das Opferbecken der Roßtrappe gibt es auch die welt-einheitlichen Nippesbuden, Kunststoff-Hexen und Großparkplätze - hier hat man versäumt, behutsam mit den alten Kraftorten und dem Landschaftsbild umzugehen. Gleichwohl kann der Naturfreund, an den Felskanten stehend, dennoch den Zauber der Landschaft genießen.

Zusammen mit einer Stadtführung in Quedlinburg gibt es einen Besuch am Hexentanzplatz auch als Tagestour für Busreisegruppen.

   

   

Die Sage vom Hexentanzplatz
Vom ersten bis zum achten Jahrhundert nach Christus die Sachsen, der größte norddeutsche Stamm, Bewohner der Landschaften zwischen der Elbe, Harz und Nordsee. Jahrhundertelang lebten Sie in Frieden. Ihre Herzöge wurden nur bei Gefahr gewählt. Recht gesprochen wurde im Parlament unter freiem Himmel, dem Allthing in Markloh an der Weser.

Die Sachsen lebten in der Natur und sahen in allem Dingen mächtige Gottheiten. Erst Um 800 zerstörten die Franken unter Karl dem Großen die alte Stammes-Ordnung. Karl führte 30 Jahre lang Krieg gegen die Sachsen, unterwarf Dorf für Dorf und ließ die widerspenstigen Nordgermanen zwangsweise zum christlichen Glauben bekehren.

Die Sachsen trauten der neuen Religion nicht. Um die Felder fruchtbar und die Wälder reich an Hirschen zu halten, suchten Sie weiterhin ihre überlieferten Kultplätze auf und beteten zu den verbotenen Göttern.

Karl der Große ließ überall im Land die heiligen Orten durch christliche Ritter bewachen. Da viele dieser Orte eine besondere Ausstrahlung hatten, durfte manchem der Wächter recht schauerlich zumute gewesen sein.

Um zu ihrem Ritualfelsen hoch über der Bode zu gelangen, verkleideten sich die Sachsen zur Walpurgisnacht wie Teufel, Kobolde und Hexen und schwärzten sich die Leiber mit Ruß. Schreckliche Geräusche von sich gebend, kletterten sie den Berg hinauf. Den fränkischen Wachen erschienen sie als Dämonen der alten Zeit, so dass sie Hals über Kopf flüchteten. So konnten die Sachsen noch jahrhundertelang auf dem Hexentanzplatz zu den alten Göttern beten.

   

   

Der Stamm der Sachsen 
Ob Hexentanzplatz oder Stadtführung in Quedlinburg - wenn wir heute vom Stamme der Sachsen sprechen, gibt es leider immer eine gewisse Verwirrung. Der Germanen-Stamm der Sachsen hat nichts mit dem Bundesland Sachsen zu tun! Hier hat nur im Jahre 1423 der Herzog von Meißen den Titel "Herzog von Sachsen" verliehen bekommen; seitdem nennen sich die Ost-Thüringer fälschlich "Sachsen".

Der Stamm der Sachsen sind die Norddeutschen - also die Nord-Sachsen-Anhalter, Niedersachsen, Ost-Westfalen und Süd-Engländer. Zu den sächsischen Dialekten gehört dann zum Beispiel das Plattdeutsche oder das Altenglische.